Interprecise
VON DER ENTWICKLUNG BIS ZUR EIGENEN PRODUKTION: INTERPRECISE SETZT AUF EXPERTISE UND FLEXIBILITÄT
Kundenprofil
Von der Konstruktion von Präzisions-Wälzlagern zur kompletten Eigenfertigung des Produkts führte der konsequente Weg des Wälzlagerherstellers Interprecise Donath GmbH. Ein wichtiges Glied in der komplexen Fertigungskette der hochpräzisen Maschinenkomponenten bilden zwei QUICK TURN 250MSY Drehmaschinen, jeweils automatisiert mit einem Portallader.
Die Interprecise Donath GmbH ist seit der Firmengründung vor 30 Jahren auf die Konstruktion und Fertigung von Wälzlagern und wälzlagerbasierten Lösungen spezialisiert. In den Anfängen lag der Schwerpunkt noch auf der Konzeption von eigenentwickelten Bauteilen vor allem für die Textilindustrie, doch schon bald gründete man eine zunächst ausgelagerte Fertigung für wälzlagerbasierte Teile, die 2008 dann ins eigene Haus geholt wurde. Gründe dafür gab es viele, vor allem jedoch die Expertise und langjährige Erfahrung des Interprecise Teams. Sowohl die Ingenieursleistungen des Unternehmens als auch die Fertigung der hochempfindlichen präzisen Maschinenkomponenten genügen dabei höchsten Anforderungen.
Thomas Daum (Mazak) hat Daniel Braune und Kevin Übelacker (beide Interprecise) in Sachen Maschine plus Automation gut beraten.
Am Unternehmensstandort Obermichelbach – mitten im Wirtschaftsraum Herzogenaurach gelegen, der für seine Kompetenz in der Wälzlagerherstellung bekannt ist – entstehen unter der Eigenmarke IDC® Wälzlager für die unterschiedlichsten Branchen. Dazu gehören der Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt, der Druck- und Textilmaschinenbau, der Getriebebau, die Antriebstechnik und, aber auch die Handhabungs- und Automatisierungstechnik, Robotik und Intralogistik, die Stahl- und Eisenverarbeitung, die Land- und Baumaschinentechnik. Die Aufzählung muss unvollständig bleiben, denn es gibt kaum eine Branche, die ohne Wälzlager auskommt, deren Vielfalt ebenfalls kaum Grenzen gesetzt sind. Auf Kundenwunsch werden bei Interprecise auch Sonderwälzlager konstruiert und gefertigt.
„Wir sind nicht so groß wie unsere direkten Mitbewerber, aber genau darin liegt unser Vorteil,“ sagt der technische Betriebswirt Daniel Braun, der seit 11 Jahren als Fertigungsleiter im Unternehmen tätig ist. „Dadurch sind wir flexibler und agiler, können kleinere Serien verwirklichen und reine Standardprodukte getrost den anderen überlassen. Was uns darüber hinaus auszeichnet, sind kurze Lieferzeiten. „Wir fertigen eine große Teilevielfalt in wechselnden Stückzahlen, häufig aber auch Einzelfertigung. „Der Unterschied, den Interprecise gegenüber Mitbewerbern macht, ist die individualisierte, enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir sind stolz darauf, Wälzlager Made in Germany anbieten zu können.“ Braun fügt an: „Ebenso vorteilhaft ist wohl die kurzfristige Verfügbarkeit durch Bevorratung vieler Komponenten. Ein gut gefülltes Lager sorgt für schnelle Lieferfähigkeit, die unsere Kunden sehr zu schätzen wissen.“
Als vor einiger Zeit in der Fertigung die Ersatzbeschaffung für eine Universaldrehmaschine anstand, ging das Team um Firmenchef Christian Witte sehr methodisch vor. Abgefragt wurden beispielsweise Erfahrungen von langjährigen Kunden und Unternehmen, mit denen man geschäftlich verbunden war, vor allem was die Serviceleistungen der Maschinenhersteller anbelangte. Im Lauf der Recherche ergab sich daraus der Besuch einer MAZAK-Hausausstellung in Göppingen. „Die Mazak Maschinenkonzepte überzeugten uns und auch die Betreuung durch den für uns zuständigen Gebietsrepräsentanten Thomas Daum,“ sagt Daniel Braun, der in die Kaufentscheidung für die Mazak Maschinen mit eingebunden war. „In unseren ersten Überlegungen hatte wegen einer geplanten Produkterweiterung eine Mazak Multifunktionsmaschine der Baureihe Integrex in der engeren Wahl gestanden. Die Bauteile und Anwendungen in unserer Fertigung werden immer komplexer und die Bohr- und Fräsanteile immer zahlreicher. Doch letztendlich suchten wir tatsächlich nach einer Maschine für die vielen Drehoperationen, die bei der Fertigung unserer rotationssymmetrischen Teile anfallen und dafür war letztendlich die Mazak Quick Turn 250MSY genau die richtige Lösung.“
Überzeugendes Maschinenkonzept mit intuitiver Steuerung
Das 4-Achsen-Drehzentrum QUICK TURN 250MSY überzeigt gerade bei anspruchsvollen Bearbeitungsaufgaben durch die hohe Leistung und Präzision. Die Maschine ermöglicht dank integriertem Spindelmotor und einem neuen, von Mazak selbst entwickelten und gebauten Revolver für angetriebene Werkzeuge mit integriertem Fräs-Motorantrieb mit 10.000 min-1 die präzise Fertigung komplexer Bauteile mit hoher Oberflächengüte.
Die QUICKTURN 250MSY hat einen großzügigen Schwenkdurchmesser von 695 mm und ist wahlweise mit 500 bzw. 1.000 mm Drehlänge verfügbar. Bei Interprecise entschied man sich aufgrund des Teilespektrums gleich für zwei Quick Turn 250MSY mit Drehlänge 500 mm, die Maschinen sind mit einer Fräsfunktion, einer zweiten Spindel und einer Y-Achse ausgestattet. Die zweite Spindel hat einen hocheffizienten integrierten Spindelmotor mit Drehzahl
6.000 min-1.
Die Quick Turn 250MSY Maschinen haben eine Mazatrol SmoothG CNC-Steuerung, die wie alle Mazatrol-Steuerungen intuitiv bedienbar ist und ideal für vertikale und horizontale Bearbeitungszentren und Hochleistungs-Drehzentren ist – von der 2-Achsen-Ausführung bis zu Maschinenmodellen mit mehreren Achsen und Spindeln. Die Steuerung ist mit einer Bedieneinheit mit 19"-Touchscreen und einer grafischen Benutzeroberfläche versehen. Über die Dialogprogrammierung werden die Programmierzeit und der Bedienaufwand bei der Eingabe eines Programms drastisch verringert und wichtige Betriebsstufen von der Teileprogrammierung über das Werkzeugdaten- und Einricht-Management bis zur eigentlichen Bearbeitung und der Maschinenwartung unterstützt. Auch alle Arten von Automation werden durch die SmoothG intelligent unterstützt.
Zerspanungsmechaniker und Industriemeister Kevin Übelacker, der Leiter der Dreherei, zieht ein positives Fazit: „Die Mazatrol-Steuerung war für meisten unserer Mitarbeiter neu. Wir haben allerdings schnell festgestellt, dass die intuitive Bedienung der Steuerung es dem Bediener sehr leicht macht, sich zurechtzufinden.“ Das kann Maschinenbediener Manuel Bauer, der den reibungslosen Bearbeitungsablauf der Quick Turn 250MSY in seiner Verantwortung hat, nur bestätigen. Er allerdings kannte sich schon gut aus. Er hatte die Mazatrol control bereits in seiner Ausbildung kennen- und schätzen gelernt.
Kevin Übelacker schätzt die sehr gute Zugänglichkeit beim Be- und Entladen.
Perfekt an die Aufgabenstellung angepasstes Automatisierungskonzept
Zu einer leistungsfähigen Werkzeugmaschine gehört heute eine durchdachte Peripherie, die eine optimierte Prozesskette und eine hohe Prozessstabilität erlaubt. Dazu gehören an die Fertigungsaufgabe angepasste Automatisierungskonzepte. Auch in kleinen und mittelständischen Betrieben ermöglichen automatisierte Abläufe ein wirtschaftlicheres Produzieren und eine Steigerung der Fertigungskapazitäten. Dass die beiden QUICK TURN 250MSY automatisiert werden sollten, stand daher von Beginn an fest. Das Teilespektrum bei Interprecise eignet sich bestens für eine automatisierte Fertigung. Lediglich die Art der Automatisierung war zu klären.
Die Quick Turn 250MSY wird in der Regel mit einem Knickroboter automatisiert. Doch für die Fertigung bei Interprecise brachte Thomas Daum eine Automationslösung ins Spiel, die bis dahin eher an Multi-Funktionsmaschinen adaptiert wurde, die sich aber für diesen Einsatzfall als geradezu ideal erweisen sollte: das Portalladesysteme GL (Gantry Loader). Für die gute Anpassung an die jeweilige Produktionsanforderung gibt es im Mazak-Produktprogramm ein großes Spektrum dieser Portalladesysteme. Angeboten werden Werkstückladegreifer und Werkstückförderer in unterschiedlichen Ausführungen für eine große Palette an Mazak-Werkzeugmaschinen. Auch im Bereich Automation zeigt sich die Flexibilität der Mazak-Maschinen. Praktisch jede Automationsart kann an die Maschinen angepasst und in der Steuerung hinterlegt werden.
Der Werkstücktransfer sowie die Be- und Entladung werden mit einem Gantry Loader superschnell und mit hoher Genauigkeit ausgeführt und ermöglichen den unbemannten Betrieb selbst über lange Zeiträume. Die benötigten Rohteile werden in das Werkstückmagazin gelegt. Der Greifer fährt zwischen dem Magazin und dem Arbeitsraum hin und her, holt die Rohteile und legt die fertig bearbeiteten Teile wieder im Magazin ab, das großzügigen Zugang zum Be- und Entladen bietet.
Für Kevin Übelacker hat sich das Portalladesystem bereits bestens bewährt „Der Portallader ist für uns unter dem Aspekt Sicherheit gegenüber einem Roboter die bessere Lösung. Dazu kommt: wir haben sehr häufig Losgrößen von 100 bis 200 Stück, d.h. wir müssen oft umrüsten. Das Portalladesystem verkürzt die Nebenzeiten und verringert den Rüstaufwand immens. Wir haben dadurch eine Produktivitätssteigerung von 20 bis 30%. Wir sind den Schritt Automatisierung gegangen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und auch Personalengpässen begegnen zu können. Und wir sind froh, mit Mazak dafür einen guten Partner zu haben.“
„Es ist nicht nur die Leistungsfähigkeit der Mazak-Maschinen, die uns begeistert,“ sagt Daniel Braun abschließend, „sondern auch der „Alles aus einer Hand“-Ansatz für Maschine, Steuerung und Automationskonzept, die uns überzeugt hat.“