ZTS
Erfolgskonzept leistungsstarkes Fräsen und Automatisierung - ZTS
Kundenprofil
Der Gründer der ZTS-Zerspanungstechnik Stadler GmbH im bayerischen Grafenau hatte sich bereits vor 30 Jahren mit einer Mazak VTC 300. einen klaren Wettbewerbsvorteil in der Region verschafft. Heute ist die mit Stangenlader automatisierte 5-Achs-Maschine Mazak INTEGREX i-250H S das Highlight des Maschinenparks bei ZTS. Sie sorgt zusammen mit neun anderen Mazak-Maschinen für die schnelle und hochgenaue Bearbeitung von Einzelteilen und Kleinserien.
Die Übernahme des Lohnfertigungs-Unternehmens ZTS-Zerspanungstechnik Stadler von Gründer Johann Stadler im Jahr 2016 war für die heutigen Eigentümer Christoph Jobst und Julian Leikam durchaus ein großer Schritt. Doch beide hatten seit Jahren im Betrieb als Zerspaner gearbeitet und damit sowohl die Arbeitsabläufe als auch die Kunden kennengelernt und trauten sich diese Aufgabe zu. Und sie sahen auch die Chance, die in der Übernahme der Verantwortung für ein Unternehmen steckte.
Ob Eilauftrag oder komplexe Werkstücke mit komplizierten Freiformflächen: für Christoph Jobst und Julian Leikam alles machbar, dank Mazak.
„Ein eigenes Unternehmen zu führen, stand eigentlich nicht auf meiner Agenda,“ sagt Julian Leikam lachend. „Es hat sich halt aus der Situation heraus so ergeben und dank des Maschinenparks, der zum größten Teil aus leistungsstarken robusten Mazak-Maschinen bestand, waren wir sicher, der Aufgabe gewachsen zu sein.“ Auch die Geschäftsidee der beiden neuen Inhaber trug zum Erfolg bei. ZTS spezialisierte sich auf die Express-Lieferung von dringend benötigten Frästeilen in Einzelteilfertigung und war damit dem Wettbewerb, der das nicht bieten konnte, voraus.
„Ein Produktionsstillstand aufgrund fehlender Teile kostet viel Geld und verärgert durch nicht eingehaltene Liefertermine die Kunden. In solch dringenden Fällen ist eine schnelle Ersatzteillieferung unerlässlich,“ erläutert Christoph Jobst und fügt hinzu: „Wir haben eine bestehende Marktlücke genutzt, uns auf Eilaufträge spezialisiert und haben unser Fertigungssystem entsprechend perfektioniert. Wir können unseren Kunden im Notfall hochqualitative Fräs- und Drehteile innerhalb von 48 Stunden liefern.“
Diese Kunden finden sich im Prototypenbau, Sondermaschinenbau, Werkzeugbau und in der Stanztechnik, andere sind Automobilzulieferer, Spritzgussmaschinenhersteller oder im Rennsport tätig.
Doch für den Neustart mit der nötigen Liefertreue und zukünftigen Qualitätssicherung brauchte es erst einmal neue Maschinen. Und die kamen – das war nicht anders zu erwarten gewesen – wieder von Mazak. Bereits 2018 wurden zwei vertikale CNC-Bearbeitungszentren der Baureihe VTC und ein CNC-Drehzentrum QUICK TURN 250MY beschafft. Eine Mazak CV5-500 mit Zero-Clamp Automation kam 2021 als Ergänzung für kleine Werkstücke dazu. Ebenfalls 2021 beschaffte man eine 3-Achs-Maschine Mazak VCN530C und kurze Zeit später das 5-Achs-Bearbeitungszentrum VARIAXIS C-600, das mit einer Indunorm-Automatisierung ausgestattet ist.
Der Einstieg in die 5-Achs-Bearbeitung und gleichzeitig in die automatisierte Fertigung, der mit der CV5-500 begonnen wurde, fand schon 2022 die Fortsetzung mit dem CNC-Bearbeitungszentrum INTEGREX i-250H S. „Wir haben die INTEGREX i-250H S mit einem Stangenlader für Werkstücke bis ø 100 mm automatisiert, um Kleinserien schneller abarbeiten zu können und konkurrenzfähig zu bleiben. Und dann haben wir relativ schnell eine etwas kleinere INTEGREX i-200H S mit Stangenlader für Werkstücke bis ø 65 mm beschafft, so dass wir, was die Teilegröße anbelangt, sehr flexibel sind“ sagt Julian Leikam. Beide Maschinen sind u.a. mit Überlastüberwachung, Temperaturkompensation und Werkstückmessung ausgestattet sowie mit einem Teilegreifer, der fertige Werkstücke über ein Förderband zu einem Teilefänger bringt.
Die größere der beiden Integrex i-H-Maschinen mit Drehlänge 1000 mm ist in der Gegenspindel mit einem 4-Backenfutter ausgestattet.
Konkurrenzfähig bleiben mit Automation
Die INTEGREX-i-H-Serie ist für eine Automatisierung ideal geeignet. Ob Gelenkroboter oder seitlich angeordneter Stangenlader – die gerade verlaufende Front der Maschinen erlaubt eine optimale Platzierung und erhält dabei den guten Zugang des Bedieners zum Arbeitsraum. Das Werkzeugmagazin befindet sich an der Rückseite der Maschine. Dort hat der Bediener besten Zugang zum Magazinbereich. Er kann die Werkzeuge aber auch von vorne einwechseln. Die INTEGREX i-250H S bei ZTS hat Platz für 112 HSK-A63-Werkzeuge, das Magazin der etwas kleineren INTEGREX i-200H S mit Drehlänge 850 mm fasst 74 HSK-A63-Werkzeuge.
„Die 6-Seitenbearbeitung in einer Aufspannung macht einen echten Unterschied in punkto Zykluszeit und auch für die Genauigkeit,“ erklärt Christoph Jobst. „Wir nutzen die beiden Integrex-Maschinen für alle Teile mit Durchmesser bis 320 mm, bei denen eine extreme Genauigkeit gefragt ist sowie für komplexe Sonderteile, die anders kaum zu bearbeiten wären. Vor allem die Integrex i-250H S mit 1000 mm Drehlänge, dem Big Bore mit 102 mm Durchlass auf der Hauptspindelseite und dem 4-Backenfutter auf der Gegenspindel hat uns einen neuen Kundenkreis erschlossen.“
Für die nötige hohe Flexibilität und Leistung bei der Dreh- und Fräsbearbeitung von komplexen Werkstücken in einer Aufspannung sind die beiden Maschinen mit Hochleistungs-Haupt- und Gegenspindeln mit 8-Zoll-Futter und jeweils 5.000 min-1 und 30 kW ausgestattet. Sie verfügen beide über eine integrierte kompakte Frässpindel mit HSK-Aufnahme mit einer Fräsleistung von 12.000 min-1.
18 Mitarbeiter zählt das erfolgreiche Unternehmen ZTS inzwischen. „Da die meisten Maschinen automatisiert sind, arbeiten wir 1-schichtig mit einer mannlosen Schicht. Unsere Stückzahlen reichen von 1 bis 20 im Einzelteilbereich, in Kleinserien von 15 bis 300 Stück mit Werkstückgrößen bis 400 x 400 mm und Zykluszeiten von 20 min bis 4 Stunden. Wir haben neben Stahl und Aluminium oft mit speziellen Edelstählen und schwer zu bearbeitenden Kunststoffen wie PEEK zu tun, die in einigen Branchen wie z.B. in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden,“ erläutert Julian Leikam. „Ohne die Integrex-Maschinen könnte man diese Teile nicht bearbeiten. Das Material ist teuer, deshalb kann man sich keine Fehler erlauben. Auch die SmoothAi-Steuerung, mit der unter anderem die beiden Integrex-Maschinen ausgestattet sind, leistet ihren Teil dazu.“
Christoph Jobst ergänzt: „Bei allen neuen Features, die diese Steuerung zu bieten hat, ist die leichte Bedienbarkeit erhalten geblieben. Das ist für unsere Bediener natürlich ein Riesenvorteil, weil sie sich in keine neue Steuerung einfinden mussten. Mazak ist ja Vorreiter in der Steuerungstechnik und punktet immer schon durch die Werkstattprogrammierung und die intuitive Bedienbarkeit. Das exzellente Zusammenspiel von Maschine und Steuerung stellt einen echten Mehrwert dar.“
Ob Integrex oder Variaxis: der Maschinenbediener Maximilian Peterhansl und seine Kollegen programmieren meist direkt an der SmoothAi-Steuerung.
Künstliche Intelligenz sorgt für laufende Prozessoptimierung
Die SmoothAi-Steuerung verfügt mit Features wie Smooth Machining und Virtual Machining über eine Vielzahl an Hilfsfunktionen, die gerade bei der Werkstattprogrammierung die Einrichtzeit erheblich verkürzen. Mit der 3D-Assist Funktion können Werkstückzeichnungen (Step, Iges, Parasolid) geladen werden und die von der Feature-Erkennung automatisch markierten oder vom Bediener manuell selektierten Elemente direkt ins Mazatrol-Programm übernommen werden.
Mit dem Virtual Machining kann die Bearbeitung noch vor dem ersten Anschnitt simuliert und auf mögliche Konturverletzungen oder Störkonturen überprüft werden. Die Steuerung bietet eine automatische Schnittdatenkontrolle, korrigiert Programmierfehler selbstständig und macht Vorschläge für den besten Fräsweg.
Beim Einrichten eines Werkstücks steht die Funktion „Cutting Adviser“ zur Verfügung, die auf intelligente Weise Programmabschnitte, in denen wichtige Parameter wie Drehzahl, Vorschubgeschwindigkeit und Schnitttiefe bereits vor dem ersten Anschnitt eingestellt werden können, identifiziert. Die Funktion ermöglicht zudem die optische Darstellung von Bearbeitungsdaten wie Werkzeugauslastung, Zerspanungsvolumen, Zerspanungslast und Bearbeitungszeit.
Alle Werkzeugdaten sind über die Steuerung angelegt und können über ein Netzwerk eingespielt werden. Eine Bemerkungsfunktion, auf der wichtige Information für den Bedienerwechsel festgehalten werden können, sorgt für reibungslose Abläufe.
Ist der Mazak-Service eine Erwähnung wert? Für Julian Leikam und Christoph Jobst nur im positiven Sinn: „Der beste Service ist natürlich der, den man nicht braucht,“ sind sich beide einig. „Doch wenn es mal kleinere Probleme gibt, können wir die über den exzellenten Telefonservice schnell lösen. Die Mitarbeiter dort kennen sich sehr gut aus und können schnell weiterhelfen. Auch der normale Service ist toll! Schnell vor Ort und kompetent. Mehr braucht es nicht.“
Der Arbeitsraum der Integrex mit Hauptspindel, Gegenspindel und Frässpindel.